
17 Juni Die Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant:innen
Die Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant:innen e.V. (KuB) bietet ratsuchenden Geflüchteten und Migrant:innen Unterstützung in sozial – und aufenthaltsrechtlichen, psychosozialen und anderen existenziellen Fragen.
Sie setzen sich für das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Der Fokus liegt in der Beratung und in dem Angebot von Deutschkursen, aber auch darüber hinaus bietet die KuB Kunst- und Forschungsprojekte an.
For the Right to stay since 1983!
Anfang der 1980er Jahre hat der Westberliner Senat entschieden, dass Geflüchtete sich in der Stadt nicht frei bewegen und arbeiten dürfen, gleichzeitig haben sie weniger Sozialleistungen bekommen und mussten in Flüchtlingsheimen leben.

Die Aktivist:innen wollten diese strukturellen Diskriminierungen nicht hinnehmen. So gründete sich die KuB, die Geflüchtete und Migrant*innen kostenfrei unterstützten. Beispielsweise in rechtlichen Fragen zum Aufenthalt, aber auch in der Kommunikation mit Ämtern, Gerichten oder Ärzt*innen. Ein weiterer Schwerpunkt legten sie auf die Unterstützung in psychischen und sozialen Problemlagen.
Gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben
Die meisten der rund 20 Mitarbeitenden der KuB arbeiten ehrenamtlich. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, haben die unterschiedlichsten Dinge gelernt: Jurist:innen, Psycholog:innen, Informatiker:innen oder Germanist:innen – das Team der KuB ist breit aufgestellt.

„Wir verstehen die Menschen als Expert:innen ihrer Situation und unterstützen sie dann mit dem was wir wissen und gelernt haben“
„Wir fordern, dass die Menschenwürde und das Leben der Einzelnen über politisches Kalkül gehalten werden. Die Seehoferblockade der Hilfsinitiativen von Kommunen und Ländern muss fallen.“
Weiterarbeiten in einer Pandemie
Die Pandemie hat die Situation von Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus, ohne sicheren Wohnraum oder die fehlende Möglichkeit Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehme, zusätzlich verschärft. Die etablierten Strukturen der KuB, mussten auch auf die Situation reagieren. So wurden neue Arbeitsweisen geschaffen werden, um Ratsuchende weiterhin in der verschärften Situation zu unterstützen. Die Deutschkurse wurden online angeboten. Die KuB möchte ihre Angebote so barrierefrei wie möglich halten. Doch einige Angebote werden jetzt erst wieder aufgenommen.
Beispielsweise das Forschungsprojekt SpAM, dass Stephen organisiert. Hier geht es darum die Migrationssozialarbeit, wie sie in den diversen Bereichen der KuB praktiziert wird zu reflektieren: Was sind ihre Bedingungen, Formen und Möglichkeiten? Auch die Kunstprojekte für junge Menschen mit Fluchthintergrund können, sobald die Gesundheit für alle garantiert werden kann, wieder aufgenommen werden. In den Kunstprojekten soll den Teilnehmenden ein sicherer Ort geboten werden, in dem sie sich entfalten können.


Ab 2021 werden die Kunstprojekte vermutlich wieder möglich sein.
Gemeinsam für eine solidarische Stadt
Die KuB mischt sich ein, arbeitet teilweise über einen langen Zeitraum mit Einzelpersonen und Familien zusammen. Gleichzeitig ist sie ein politischer Akteur und begleitet die Stadt und die Migrationspolitik bereits seit den 80ern. Mitarbeiter Stephen glaubt, dass Berlin die Chancen hat für viele Menschen zugänglicher zu werden. „Die Stadt hat viele Projekte und engagierte Menschen, aber Berlin könnte für mehr Menschen eine Stadt sein, als es aktuell ist“, erzählt er. ♥ Wie wunderbar, dass die KuB sich aktiv dafür einsetzt seit 1983.