13 Dez RECHT AUF WOHNEN – STADT FÜR ALLE! Solidrinks geht in die 4. Runde

Unter dem Motto: „ Recht auf Wohnen – Stadt für Alle ” wollen wir dieses Jahr unser Engagement ganz dem Thema ‚Wohnen und Zusammenleben gestalten‘ widmen. In den letzten Jahren hat sich die Wohnsituation in vielen deutschen Städten drastisch verschlechtert. Stadtviertel werden aufgewertet, Mieten steigen, Menschen werden verdrängt und die Immobilienspekulation blüht. Gleichzeitig wächst das Ausmaß an struktureller Diskriminierung und Rassismus. Mieter*innen konkurrieren um bezahlbaren Wohnraum oder Sozialwohnungen, die Mangelware geworden sind. Täglich verschwinden Freiräume für Kultur und Begegnungen: Jugendclubs, Programmkinos, Clubs, Kitas. Nobody is safe!

Wie sieht es für Geflüchtete aus?

Für Geflüchtete stellt sich die Frage nach bezahlbarem Wohnraum und damit verbunden auch die Möglichkeit wirklich anzukommen und am sozialen Leben noch mehr teilzuhaben erst nach weiteren Hindernissen. Während des laufenden Asylverfahrens wohnen die Menschen zunächst in Aufnahmeeinrichtungen. Bis vor kurzem erlosch die Wohnverpflichtung in einer Erstaufnahmeeinrichtung spätestens nach 6 Monaten. Danach konnten Geflüchtete theoretisch in eine eigene Wohnung ziehen. Das ‚Zweite Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht‘ (sogenanntes Hau Ab Gesetz II, Pardon, Geordnete-Rückkehr-Gesetz, in Kraft getreten am 21.08.2019) ändert dies allerdings und weitet die Pflicht Asylsuchender in den EAEs zu wohnen massiv aus. Selbst wenn das Asylverfahren positiv ausfällt, sind die Menschen meistens gezwungen weiterhin in Gemeinschaftsunterkünften unterzukommen, da bezahlbarer Wohnraum in vielen Städten immer knapper wird und Geflüchtete auf Grund von Rassismus und Diskriminierung sehr schlechte Karten auf dem Wohnungsmarkt haben. SOLIDRINKS. Empowerment & Support for Refugees e.V. kritisiert die zentrale Unterbringung in Massenunterkünften, die Menschen stigmatisiert und isoliert sowie alle Punkte des Geordnete-Rückkehr-Gesetz, das Geflüchtete kriminalisiert und das Recht auf Asyl beschränkt. Wir schließen uns den unzähligen Protesten von Mietergemeinschaften an und fordern solidarische Städte! In solchen Städten sollen alle Menschen, unabhängig von Aufenthaltsstatus, finanziellen Möglichkeiten, Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität, Religion das Recht haben zu leben, zu wohnen und zu arbeiten. Alle Menschen sollen teilhaben und das Stadtleben mitgestalten können.

INITIATIVEN WANTED!

Ihr seid ein soziales Projekt, das Geflüchtete z.B. bei der Wohnungssuche unterstützt und sich für Partizipation und Teilhabe von marginalisierten Menschen und die Gestaltung von Freiräumen einsetzt? Ihr wisst um strukturelle Diskriminierung, die Problematik von Flucht in Deutschland und arbeitet lokal daran, eine offene Gesellschaft zu gestalten, in der ein solidarisches Miteinander und ein Zusammenleben auf Augenhöhe möglich ist?

Dann sendet bitte die ausgefüllte Bewerbung bis zum 10.01.20 per Mail an verein@solidrinks.de oder per Post an den Solidrinks. Empowerment and Support for Refugees e.V. Lausitzer Str. 10, Aufgang B, 1. Stock, 10999 Berlin . Hier findet ihr den gesamten Aufruf und den Bewerbungsbogen – zum Teilen in euren Netzwerken.